Jahr: 2013

Makassar: Welcome to the Hotel Nostalgia!

Ein Concierge, dessen rotes Jackett goldene Manschetten säumen, öffnet mir die Tür mit einer leichten Verbeugung. Klassisches Interieur markiert meinen Weg zur Rezeption: indirekte Beleuchtung, golden glänzende Armaturen und ein großes, in Holz eingelassenes Aquarium. Die monotone Klaviermusik in der Lobby wirkt beruhigend auf mich ein. Als ich die antike silberne Klingel am Tresen betätige umweht mich in meiner Phantasie bereits eine weltmännische Aura. Ich komme mir in eine andere Zeit versetzt vor, als eine Schiffsreise nach Makassar wenigen Privilegierten vorenthalten war. Für einen Moment vergesse ich, dass ich in meinen verschwitzten Trekkingklamotten deplatziert wirken muss und das Hotel seine besten Zeiten wohl hinter sich hat.

Schwere Lasten, steile Abgründe: im Krater des Ijen

Es trennen mich 15.500 km vom heimischen Norddeutschland. Aber diese Zahl sagt gar nichts über die empfundene Ferne, die ich am Vulkansee Kawah Ijen fühle, aus. Der Ijen ist ein Ort, von dessen Existenz ich zugegebenermaßen bis vor Kurzem nicht einmal wusste. Das Tolle daran: kein Bild in meinem Kopf passt zu dem, was uns hier erwartet. Und das macht den Reiz aus…

Jakarta, du Bestie! (2)

Als wir uns wieder stark genug fühlen, machen wir es uns zur Aufgabe, Jakarta wieder zu verlassen und beschließen ein Zugticket zu kaufen. Dass dies wieder einen halben Tag in Anspruch nimmt ist typisch Jakarta. An der Gambir-Station sind alle Tickets ausverkauft, aber wir sollen nicht verzagen und zum anderen Bahnhof ein paar Kilometer weiter gehen. Passanten, die uns den Weg erklären, verabschieden uns nicht mit ‚Goodbye’, sondern bezeichnenderweise mit ‚Be Careful’. Und so geht die Jagd über Jakartas Straßen wieder los, mit uns in der Rolle der Gejagten.

Jakarta, du Bestie! (1)

Wir wollten Jakarta bereisen. Wir wollten es auf uns wirken lassen. Doch wir stellen schnell fest, dass diese Vorstellung realitätsfern war. Man bereist Jakarta nicht, mit Jakarta nimmt man es auf. Wie ein Boxer, der sich zuviel vornimmt, vernachlässigen wir unsere Deckung und hängen bald in den Seilen. Wir verderben uns den Magen und zwischendurch fast die Laune. Das Happy End müssen wir uns hart erarbeiten.

Vier Hochzeiten und ein Glas Tee: Malakka

Die Portugiesen waren hier. Die Holländer auch. Ebenso die Engländer. Und heute fluten Busladungen asiatischer Touristen das historische Zentrum Malakkas. Sie springen aus den klimatisierten „Super-VIP“ Bussen, um alles zu fotografieren, was ihnen vor die Spiegelreflex kommt. Oder sie posen mit Victory-Handzeichen vor der holländischen Kirche am sogenannten Dutch Square.

Per Anhalter durch Tea-World: die Cameron Highlands

„Come and try the tasty and healthy strawberry fruit”. Während wir vergnügt bei Tandoori Chicken und Naan Brot sitzen, zeigt der Flatscreen über unseren Köpfen Werbefilme lokaler Tourenanbieter. „See the biggest flower in the world, the Rafflesia flower.“ Gerade sind wir noch im Bus die steilen Serpentinen gen Tana Rata in den Cameron Highlands hochgejagt, schon werden uns die örtlichen Sehenswürdigkeiten visuell vorgeführt. Es geht mal wieder Schlag auf Schlag.