Autor: Stefan

Der 55 Kilometer Spessart-Hike [mit Video]

Am Anfang stand der Wunsch nach – ja, nach was eigentlich? Nach einer extremen Erfahrung? Nach einsamen Wanderungen im peitschenden Regen, der rauen Natur trotzend? Oder trieb mich irgendeine Art von übergeordneter Agenda, eine vage Hoffnung, dass ich am Ende auf mehr als eine ausgedehnte Wanderung zurückblicken würde, an? Auf mehr zurückblicken. Was würde das überhaupt sein? Und was genau müsste passieren, dass dieses Mehr erfahrbar wird? Diese Fragen trieben mich im Vorfeld um.

vogel wanderung slowenien

Der Rausch des Reisens

Es ist erstaunlich. Manchmal überkommt mich ein ganz spezielles, fast rauschhaftes Glücksgefühl beim Reisen. Optimismus, der plötzlich so furios in mir aufsteigt, wie die sprudelnden Bläschen in einem frisch servierten Sektglas. Als wäre ein Kanal aufgegangen, der alle vorhandenen Glückshormone auf einmal ausschüttet. Es passiert einfach. Die Tränen der rohen Emotion drücken von hinten auf die Augen und ein verlegenes Lachen zeigt letztlich nur an, dass man den Umgang mit dieser Emotion nie erlernt hat. Es ist, als setze man das letzte Teil in ein großes Puzzle, an dem man schon lange gearbeitet hat. Und jedesmal erliege ich dem Trugschluss, dieser Zustand sei nun dauerhaft – als hätte ich gerade etwas erlernt und könnte das ab jetzt immer anwenden. Wie ein Charakter im Computerspiel, dem eine neue Superpower freigeschaltet wird, nachdem er ein Level bezwungen hat.

triglav slowenien wandern

Trekking in Slowenien: der Vogel (1922m) im Triglav Nationalpark

Dunkelheit im Triglav Nationalpark. Ein Gasthaus mit verheißend schimmernden Lichtern wird erkennbar. Der Anblick tut so gut! Steht dieses warme Licht doch für so ziemlich alles, was wir uns jetzt, nach dieser nasskalten Wanderung herbeisehnen: Eine beheizte Stube, die Aussicht auf eine warme Mahlzeit und vor allem das entlastende Gefühl, nicht die Nacht in der Wildnis verbringen zu müssen. Denn darauf hatten wir uns schon eingestellt…

Buenos Aires von oben

Buenos Aires: Vorhang auf, Film ab!

Es gibt Orte, deren Namen mehr innewohnt als ihre pure Bezeichnung. Sie verheißen etwas Magisches, rufen direkt Assoziationen hervor. Sansibar zum Beispiel. Madagaskar auch. Oder Patagonien. Das sind Orte, die kommen mir fast fantastisch vor – als wären sie wie Panem oder Naboo, gar nicht real bereisbar, sondern lediglich Schauplätze fiktiver Abenteuer.

„Nicht mehr im Urlaub.“

Im Fernbus von Frankfurt nach Stuttgart. Ein paar Tage vor Weihnachten an einem nebelverhangenen Morgen. Unsere irrwitzige Heimreise aus Chile, die sich über 36 Stunden erstreckte, ist immer noch nicht zu Ende. Was ein Gefühlscocktail. 1,5 Jahre Dauerreisen, ein scheinbar unendlicher Abenteuertrip, soll nun also mit dieser Busfahrt beschlossen werden.

Patagonien- mit Bruce Chatwin durch das Feuerland.

„Have gone to Patagonia.“  P-a-t-a-g-o-n-i-e-n. Ich muss das Wort nur aufschreiben, schon spüre ich das Gefühl im Bauch. Als sei ich verliebt. Als fange jetzt etwas Neues an. Etwas, auf das ich mich schon lange gefreut habe. Als stünde dieses Wort nicht für eine Region Südamerikas, sondern für ein Konzept. Ein Konzept, das ich nur vage beschreiben kann.