Alle Artikel in: Indonesien

Ein Ende der Welt: Das Mamasa Valley

Es dauert drei Stunden, bis unser Kijang endlich voll ist und wir von Polewali nach Mamasa aufbrechen. Voll heißt natürlich doppelt belegt, in unseren Jeep quetschen sich 15 Indonesier und wir ergattern leider nur den Kofferraum. Mit uns fahren dutzende Kartons, mindestens einer enthält getrockneten Fisch. Eierpaletten werden auf dem Dach festgeschnallt. Unser Kijang lässt sich nur durch einen Griff unter die Motorhaube starten. Endlich befinden wir uns auf dem Weg nach Mamasa in den Bergen Sulawesis. Für die 80 km Strecke werden wir uns 8 mühevolle Stunden die Serpentinen hochschlängeln.

Makassar: Welcome to the Hotel Nostalgia!

Ein Concierge, dessen rotes Jackett goldene Manschetten säumen, öffnet mir die Tür mit einer leichten Verbeugung. Klassisches Interieur markiert meinen Weg zur Rezeption: indirekte Beleuchtung, golden glänzende Armaturen und ein großes, in Holz eingelassenes Aquarium. Die monotone Klaviermusik in der Lobby wirkt beruhigend auf mich ein. Als ich die antike silberne Klingel am Tresen betätige umweht mich in meiner Phantasie bereits eine weltmännische Aura. Ich komme mir in eine andere Zeit versetzt vor, als eine Schiffsreise nach Makassar wenigen Privilegierten vorenthalten war. Für einen Moment vergesse ich, dass ich in meinen verschwitzten Trekkingklamotten deplatziert wirken muss und das Hotel seine besten Zeiten wohl hinter sich hat.

Schwere Lasten, steile Abgründe: im Krater des Ijen

Es trennen mich 15.500 km vom heimischen Norddeutschland. Aber diese Zahl sagt gar nichts über die empfundene Ferne, die ich am Vulkansee Kawah Ijen fühle, aus. Der Ijen ist ein Ort, von dessen Existenz ich zugegebenermaßen bis vor Kurzem nicht einmal wusste. Das Tolle daran: kein Bild in meinem Kopf passt zu dem, was uns hier erwartet. Und das macht den Reiz aus…

Jakarta, du Bestie! (2)

Als wir uns wieder stark genug fühlen, machen wir es uns zur Aufgabe, Jakarta wieder zu verlassen und beschließen ein Zugticket zu kaufen. Dass dies wieder einen halben Tag in Anspruch nimmt ist typisch Jakarta. An der Gambir-Station sind alle Tickets ausverkauft, aber wir sollen nicht verzagen und zum anderen Bahnhof ein paar Kilometer weiter gehen. Passanten, die uns den Weg erklären, verabschieden uns nicht mit ‚Goodbye’, sondern bezeichnenderweise mit ‚Be Careful’. Und so geht die Jagd über Jakartas Straßen wieder los, mit uns in der Rolle der Gejagten.