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Der Rausch des Reisens

Es ist erstaunlich. Manchmal überkommt mich ein ganz spezielles, fast rauschhaftes Glücksgefühl beim Reisen. Optimismus, der plötzlich so furios in mir aufsteigt, wie die sprudelnden Bläschen in einem frisch servierten Sektglas. Als wäre ein Kanal aufgegangen, der alle vorhandenen Glückshormone auf einmal ausschüttet. Es passiert einfach. Die Tränen der rohen Emotion drücken von hinten auf die Augen und ein verlegenes Lachen zeigt letztlich nur an, dass man den Umgang mit dieser Emotion nie erlernt hat. Es ist, als setze man das letzte Teil in ein großes Puzzle, an dem man schon lange gearbeitet hat. Und jedesmal erliege ich dem Trugschluss, dieser Zustand sei nun dauerhaft – als hätte ich gerade etwas erlernt und könnte das ab jetzt immer anwenden. Wie ein Charakter im Computerspiel, dem eine neue Superpower freigeschaltet wird, nachdem er ein Level bezwungen hat.

Destination: Unknown

Der Gang in das Unbekannte ist sowas wie der Knackpunkt auf Reisen. Im Unbekannten liegen Hoffnungen, Versprechen und Ängste. Doch was bedeutet es überhaupt, einen Gang in das Unbekannte zu wagen? Für mich: etwas zu erfahren, was man vorher noch nie erfahren hat. Das beschränkt sich nicht nur auf das geographische Vordringen in unbekanntes Gebiet. Die Auseinandersetzung mit irgendetwas Neuem birgt immer eine gewisse Intensität. Der Restaurantbesucher, der sich bei seinem Lieblingsitaliener statt der gewohnten Spaghetti mal die Tortellini bestellt, dringt in diesem Moment auch in „das Unbekannte“ vor. Möglicherweise wird er eine gewisse Nervosität verspüren, während er auf das Gericht wartet: hoffentlich sind die Tortellini auch lecker! Hätte ich auf die altbewährte Pasta setzen sollen oder entdecke ich mein neues Lieblingsgericht? Seine Nervosität wird sich allerdings in Grenzen halten, denn er ist nur auf einer Ebene in das Unbekannte vorgestoßen. Alle anderen Ebenen wie der Ort, die Menschen, die Gerüche, etc. sind altbekannt. Was ist ein Abenteuer? Reisen ist subjektiv. Wo das Bekannte aufhört und das Unbekannte anfängt ist höchst subjektiv. Überspitzt formuliert: der …