Alle Artikel mit dem Schlagwort: Hinter den Kulissen

Das neue Kapitel unserer Reise

Reihe 27. Sitz K. Die Müdigkeit übertüncht alles, sie legt sich wie ein Schleier über meine Wahrnehmung. Die rabenschwarze Nacht wird nur durch das rote blinken der Warnlichter an den Tragflächen unterbrochen. Der ältere, beleibte Mann schräg gegenüber ist nach zwei Gläsern Rotwein und dem ersten Teil der „Bourne Identity“ mit Kopfhörern eingenickt. Stefan hat sich bereits neben mir eingerollt, so gut es eben geht mit ein paar Zentimetern Beinfreiheit in der Economy-Class. Das letzte Wochenende war ganz sicher eines der intensivsten, emotionalsten und anstrengendsten meines Lebens. Und eines der Schönsten. Beinahe seit einem Jahr wurde es besprochen, geplant, herbeigesehnt, antizipiert. Die kleinen und großen Dramen im Vorwege, die wohl einfach dazugehören, haben wir mit Humor genommen. Ab und zu flossen auch ein paar Tränen: der Vorfreude, der Überwältigung, manchmal, weil´s einfach zu viel wurde. Nicht, dass der Stress tatsächlich so groß gewesen wäre. Es ist der von außen an einen herangetragene und letzten Endes eigens übernommene Erwartungsdruck: Geht es schließlich um den schönsten Tag unseres Lebens. Die Krönung unserer bisherigen Beziehung. Keine Generalprobe. Keine Wiederholung. …

Heimkehren Part 3: Nach der Reise ist vor…

Ein leeres Dokument. Stille. Der blinkende Cursor beunruhigt mich. Das Deckblatt steht und die harten Fakten meines Lebenslaufes auch. Meinen kleinen Systemausbruch betitele ich brav mit „Weltreise“. 1,5 Jahre voller bunter, intensiver Momente fasse ich in zwei Spiegelstriche zusammen: 1. Reise mit dem Rucksack durch Asien, USA und Südamerika. 2. Aufbau eines Reiseblogs: Today We Travel. Ziemlich banal und unspektakulär. Wie werden das wohl Arbeitgeber finden?

Hamburg Hafen Sonnenuntergang

Heimathafen Part 2: Heimkehren

Jetzt bin ich also da. Und doch noch nicht so richtig. Das erste Zusammentreffen mit meiner Familie ist erstaunlich normal. Am Hauptbahnhof irre ich erstmal auf und ab, auf der Suche nach meiner Mutter und meinen Schwestern. Wie eh und je. Und dann sehe ich sie und sie sehen mich und wir liegen uns in den Armen und ich bin da.

Bremen Bürgerpark

Heimathafen Part 1: Ankommen

Stufe 1. Ankommen. Ausgespuckt aus dem Flugzeug nach eineinhalb Tagen im Transitraum namens „Rückflug“. Santiago de Chile – Panama City – Dominikanische Republik – Frankfurt. Müde Augen, müder Geist. So müde, dass die Größe dieses Moments, zumindest wie ich ihn mir ausmalte, einfach verpufft. Puff. Puff. Pfffff. Ein lommeliger, leerer Luftballon. Keine Trommeln, keine Trompeten, kein Paukenschlag. Einfach nur ein weiterer, stinknormaler Morgen am Frankfurter Flughafen. 22.12.2014. 5.45 Uhr. Doch für mich bedeutet dieser Moment viel mehr: Zurück in Deutschland, nach beinahe 1,5 Jahren reisen. 

Neues Jahr, neues Glück!

Ein Jahr geht zu Ende, ein Neues beginnt. Und obwohl der Jahreswechsel rein nüchtern und faktisch gesehen eigentlich nur eine ganz gewöhnliche Nacht ist, in der wir die Zeitzählung wieder auf Null setzen, hat der Beginn eines neuen Jahres auch etwas Magisches an sich. Der Silvesternacht wohnt der Zauber des Neubeginns inne- dazu gehört, sich vom alten Jahr zu verabschieden, es noch einmal mental zu durchleben, sich zu freuen und zu verabschieden, um innerlich aufzuräumen und Platz für etwas Neues zu machen. 

„Nicht mehr im Urlaub.“

Im Fernbus von Frankfurt nach Stuttgart. Ein paar Tage vor Weihnachten an einem nebelverhangenen Morgen. Unsere irrwitzige Heimreise aus Chile, die sich über 36 Stunden erstreckte, ist immer noch nicht zu Ende. Was ein Gefühlscocktail. 1,5 Jahre Dauerreisen, ein scheinbar unendlicher Abenteuertrip, soll nun also mit dieser Busfahrt beschlossen werden.

Wie geht’s jetzt weiter?

„Die Welt braucht Menschen, die lieben, was sie tun.“ Ja, es ist in letzter Zeit etwas ruhiger zugegangen, hier auf Today We Travel. Das heißt aber keinesfalls, dass uns plötzlich die Lust am Schreiben vergangen ist. Es ist schlichtweg die unvermeidbare, aber dennoch gerne verdrängte, Situation eingetreten, dass unsere Reise zu Ende ist. Plötzlich ging es ganz schnell: 1,5 Jahre Dauerreisen waren mit einem Mal vorbei und wir fanden uns viel zu dünn gekleidet um 6 Uhr in der Früh inmitten des winterlichen Frankfurter Flughafens wieder.