Alle Artikel mit dem Schlagwort: Nachgedacht

Reisegedanken in Ecuador

Unser Bus kurvt mit viel zu hoher Geschwindigkeit die Serpentinen entlang. Lesen oder gar etwas schreiben ist unmöglich, es schwankt und wackelt viel zu sehr. Wir befinden uns auf dem Weg nach Loja, Grenzstadt im Süden Ecuadors. Da sitzen wir also. Handlungsunfähig im Transitraum. Passiv weiterreisend. Gedanken ergreifen den zu füllenden Raum.

Bogotá, unser holpriger Start in Südamerika

Eine dieser gefühlten unendlich langen Reisen liegt hinter uns. Die sieht so aus im Schnelldurchlauf: Um 12.00 Uhr am Flughafen Washington DC einlaufen – Einchecken – Puh! Keiner fragt nach einem Rückflugticket aus Kolumbien (das wir nicht haben) – Fußballspiel Deutschland-Frankreich in einer Flughafenbar schauen – Fliegen – Umsteigen in Houston – Sechs Stunden warten – Oh, nee, Sieben! – Fliegen – Schlaflos – Morgengrauen – Taxifahrt durch das aufwachende Bogotá – Graffitis – Straßenhunde – Grau – Schlafende Menschen in Plastiksäcken – Verwirrung – Wo verdammt ist nur das Hostal?

Kathmandu: Das Abenteuer vor Augen

Im Landeanflug auf Kathmandu an einem trüben Vormittag. Was ich aus dem Fenster sehe, bezeichne ich an guten Tagen wohlwollend als interessant. Tatsächlich geben die Betonklötze entlang der staubigen Schotterpiste ein eher trostloses Bild ab. Während des Fluges hatte ich ein Glas Rotwein getrunken, weil das gerade ganz gut passte, zu dem temporären Selbstbild des mondänen Globetrotters. Man muss sich viel öfter einfach mal gehen lassen, dachte ich da. Ich bin ein Mensch frei von Verpflichtungen!

Destination: Unknown

Der Gang in das Unbekannte ist sowas wie der Knackpunkt auf Reisen. Im Unbekannten liegen Hoffnungen, Versprechen und Ängste. Doch was bedeutet es überhaupt, einen Gang in das Unbekannte zu wagen? Für mich: etwas zu erfahren, was man vorher noch nie erfahren hat. Das beschränkt sich nicht nur auf das geographische Vordringen in unbekanntes Gebiet. Die Auseinandersetzung mit irgendetwas Neuem birgt immer eine gewisse Intensität. Der Restaurantbesucher, der sich bei seinem Lieblingsitaliener statt der gewohnten Spaghetti mal die Tortellini bestellt, dringt in diesem Moment auch in „das Unbekannte“ vor. Möglicherweise wird er eine gewisse Nervosität verspüren, während er auf das Gericht wartet: hoffentlich sind die Tortellini auch lecker! Hätte ich auf die altbewährte Pasta setzen sollen oder entdecke ich mein neues Lieblingsgericht? Seine Nervosität wird sich allerdings in Grenzen halten, denn er ist nur auf einer Ebene in das Unbekannte vorgestoßen. Alle anderen Ebenen wie der Ort, die Menschen, die Gerüche, etc. sind altbekannt. Was ist ein Abenteuer? Reisen ist subjektiv. Wo das Bekannte aufhört und das Unbekannte anfängt ist höchst subjektiv. Überspitzt formuliert: der …

Bangkok Buyers Club

Im Leben ist nichts umsonst, so sagt man. In Bangkok schon gar nicht. In dieser Stadt, in der „du für Geld alles kriegst“, wie uns ein Unternehmer erklärt, scheint die Bereitschaft ihrer Einwohner zum Konsum grenzenlos.