Asien, Nepal
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Pokhara: Zu Wasser, Land & aus der Luft

Der Phewa Lake schimmert Türkisgrün, die schneebedeckten Gipfel der Annapurna Bergkette thronen im Hintergrund. Pokhara ist der perfekte Ort, um nach einer atem(be)raubenden Trekkingtour zu entspannen… und, um sich das erste Mal mit einem Paragliding-Fallschirm von einem Berg zu stürzen! 

Zu Beginn lassen wir es gemütlich angehen und rudern, ähem, Stefan rudert, über den Phewa Lake. Erst auf dem See fällt uns nämlich auf, dass wir über nur ein Ruder verfügen. Nachdem wir rasch übereinkommen, dass ich nicht rudern kann (Zitat Stefan: Nimm´ mal die Suppenkelle aus dem See), kommt Stefan zum unfreiwilligen Workout.

Boote_Phewa_Lake

Aylin_Boot

Stefan_Boot

Paragliding oder:

eine kleine Achterbahnfahrt in der Luft

Früh am Morgen springe ich mit dem Sonnenaufgang auf, um mir die Berge anzusehen. Bei guter Sicht sieht man vom Dach unseres Hotels, das passenderweise Hotel View Point heißt, die schneebedeckten Gipfel der Annapurna Bergkette. Heute versetzt mich nicht nur der Anblick des Machapucharé in Aufregung: Ich habe mich dazu durchgerungen, einen Paragliding Sprung mitzumachen. Was in Stefan Vorfreude auslöst, versetzt mich eher in Panik. Da es aber meistens genau diese Erlebnisse sind, die durch ihre Intensität unvergesslich werden, will ich einfach nicht kneifen.

Stefan_Aylin

Der Startpunkt für den Paragliding-Flug ist Sarangkot (1600m). Im Jeep rattern wir in der früh hoch, mir ist ziemlich flau im Magen. Oben angekommen herrscht Vollbetrieb, Fallschirme werden ausgebreitet und getestet, die Piloten diskutieren die Windverhältnisse. Mir wird ein recht locker sitzender Helm aufgesetzt und ein plumper Ruck-/ Sitzsack angeschnallt. Mein Paragliding-Pilot, ein Italiener vom Typus „lässiger Aussteiger mit Dreitagebart“ ist recht wortkarg. Auf seine einzige Frage: „First time?“ nicke ich. Sein gelangweiltes „For me too“ klingt wie ein einstudierter Standardwitz. Er wirkt, als bräuchte er ´nen starken Kaffee. Geduldig beobachte ich das Treiben am Berg, die Ersten springen schon, da erhalte ich folgende Anweisung:

„Look in front of you. When I tell you, run- you run! Don´t stop!“

Comprendo, denke ich mir nervös. Und stelle mich nun auf Tests oder so etwas ein. Dann kommt die Anweisung, ich laufe los und Äh? Hallo?! Wir machen keine Tests, sondern springen ab. Ohne Vorwarnung, Angst-Pipi-Pause, emotionales Einstellen oder so.

Wir gleiten ziemlich rasant durch die Luft und ich erstarre vollkommen. Es wackelt, weht, neben mir piepst ein Höhenmessgerät schrill, ich frage mich, Ist das normal? Und dann steigen wir auf. Drehen uns wie eine Spirale. Höher. Noch höher. Nach einer Weile fragt mich der italienische Sunnyboy, ob ich ok sei. Kurz und knapp pieps ich nur „Yes“ und kralle mich fest.

Obwohl ich ziemlich viel Schiss hatte und mir auch ein bisschen übel wurde: Es ist ein Wahnsinns-Gefühl, neben Adlern durch die Luft zu fliegen, die Kraft des Windes zu spüren und die Beine flattern zu lassen. Ja, und zu guter letzt ist es ein krasser Adrenalinkick, den ich nicht so schnell vergessen werde.

Paragliding_Stefan_Aylin

Zwischen Kühen, Mofas und Bussen: eine Radtour durch Pokhara

Jap, in Nepal gibt´s Kühe auf der Straße. Neben Rikschas und Bussen, Motorrädern und Kühen radeln wir mit einem Mountainbike vom Touristenviertel in die Altstadt. Mein Adrenalinspiegel erreicht fast Paragliding-Niveau. Von allen Seiten werde ich angehupt. Auch wenn das nur der freundlich gemeinte Hinweis ist, dass nun ein Auto kommt, falle ich beinahe jedesmal vor Schreck vom Rad.

Nach zwei intensiven Trekking-Touren kommt uns die relaxte Atmosphäre am Phewa Lake gerade Recht, um unsere Akkus aufzuladen. Denn bevor wir Nepal verlassen, werden wir uns noch einmal in das Getümmel Kathmandus stürzen…

Vielen Dank an das Hotel View Point für die Unterstützung und das extra große Cheese-Omelette jeden Morgen!

Frühstück_Aylin

Fahrradfahren_Pokhara Kuh

View_Berge

Kategorie: Asien, Nepal

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Aylin zählt sich zur Generation (wh)Y und liebt es, Dinge zu hinterfragen, herumzuphilosophieren und das Leben aus allen Perspektiven zu beleuchten. Gerne auch mit ihrer Kamera. Der zweite Kaffee am Frühstückstisch ist für sie der Inbegriff von Luxus (Zeit + Genuss = Lebensfreude). Wollte mit zart-naiven 16 Jahren mal Journalistin werden und die Welt retten, dieser Blog ist quasi die Erfüllung ihres Mädchentraums.

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