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Alpenüberquerung E5: alle Erfahrungen, Tipps & Ausrüstung

Die Alpenüberquerung auf dem Fernwanderweg E5: In 6 Etappen bin ich von Oberstdorf nach Meran gewandert – eine unfassbar schöne Erfahrung. Mich erreichen seitdem viele Fragen zu dieser Tour. Hier kommen nun alle Tipps, Infos und Antworten zur Alpenüberquerung zu Fuß.

Übersicht: Die meist gestellten Fragen zur Alpenüberquerung über den E5

Inhaltsverzeichnis

  1. Beste Zeit für die Alpenüberüberquerung
  2. Muss ich klettern können?
  3. Wie fit muss ich sein?
  4. Wie sind die Hütten?
  5. Gibt es Strom in den Hütten?
  6. Sollte ich Übernachtungen vorab buchen?
  7. Schaffe ich das alleine?
  8. Wo kann ich mich verpflegen unterwegs?
  9. Kann ich mich verlaufen?
  10. Hinweise zur Vorbereitung
  11. Packliste
  12. Organisatorisches vorab
  13. Alternativrouten zum E5
  14. Meine Erfahrungsberichte
Alpenüberquerung Kleidung
Im Juli 2017 habe ich die Alpenüberquerung auf dem E5 gemacht.

Meine Tour von Oberstdorf nach Meran ging überwiegend über den Fernwanderweg E5 (am Ende bin ich leicht vom E5 abgewichen, daher habe ich nur 6 Etappen gebraucht) und ist nur ein Weg von vielen über die Alpen. Es ist mit Sicherheit die beliebteste und kürzeste Route, was auch bedeutet, dass sie stärker frequentiert ist. Je nach Planung sollte man für die 140km 6-8 Etappen einplanen.

Hier folgt eine Sammlung der meist gestellten Fragen zur Tour. Alle Antworten gebe ich auf Grundlage meiner eigenen Erfahrungswerte, natürlich kann ich keine Garantie auf Vollständigkeit und Richtigkeit geben.

Hast du eine Frage, die hier nicht beantwortet wird? Bitte poste sie in die Kommentare, ich werde sie dann beantworten und in den Bericht integrieren!

Häufig gestellte Fragen (FAQ’s) zur Alpenüberquerung auf dem E5

Wann ist die beste Reisezeit für eine Alpenüberquerung?

Die beste Zeit für die Alpenüberquerung ist zwischen Juni und September. Das liegt daran, dass man auf Höhen über 1000 Metern ab Oktober mit Schneefällen rechnen muss. Die Strecke kann dadurch unübersichtlich und unbegehbar werden. Die meisten Hütten haben außerdem nur in diesem Zeitraum geöffnet.

Grundsätzlich ist das Wetter in den Alpen kaum vorhersehbar und man muss immer mit Schneefällen, Nebel, Regen, etc. rechnen, was auch dazu führen kann, dass man spontan umdisponieren muss, weil die Strecke nicht begehbar ist.

In den Alpen kann das Wetter schnell umschlagen. Hier hat mir binnen Sekunden der Nebel die Sicht versperrt.

Muss ich Klettererfahrung auf dem E5 haben?

Nein. Die Alpenüberquerung ist ohne Klettererfahrung möglich. Da es sich um eine Bergwanderung handelt werden keine weiteren Hilfsmittel wie Steigeisen oder Seile benötigt.

Es ist jedoch wichtig trittsicher zu sein und eine gewisse Wandererfahrung mitzubringen. Es gibt steile Abschnitte, die durch Seile gesichert sind. Manchmal kann es auch aufgrund von Geröll und Nässe sehr rutschig werden. Abschnittsweise sind die Wege eng und führen entlang von steilen Hängen. Mit solchen Dingen sollte man umgehen können und frei von Höhenangst sein.

Die meisten Wanderer vertrauen auf Wanderstöcke, gerade um die steilen Abstiege sicher zu bewältigen und ihre Knie zu schonen. Ich persönlich laufe lieber ohne Stöcke und habe gerne beide Hände frei, aber damit bin ich wohl eine Ausnahme. Grundsätzlich werden Wanderstöcke immer empfohlen, sie geben Trittsicherheit und schonen die Gelenke. Ich empfehle auf jeden Fall, falls nicht schon lange geschehen, Probewanderungen mit Stöcken zu machen, um sich daran zu gewöhnen.

Reicht meine körperliche Fitness?

Sehr wahrscheinlich schon. Wenn du einigermaßen fit bist, gerne Sport treibst oder manchmal längere Wanderungen unternimmst, solltest du dir die Tour auf jeden Fall zutrauen.

Für die Alpenüberquerung braucht man vor allem Ausdauer. Oft kommen ausgerechnet am Etappenende steile, giftige Aufstiege zu den Hütten, da ist auch Willensstärke gefragt. Für mich war außerdem das Wandern mit meinen ca. 8 Kilo Gepäck am Anfang etwas ungewohnt, diese Zusatzbelastung sollte man nicht unterschätzen.

Ich habe auf meiner Tour nur eine Handvoll Menschen kennengelernt, die abgebrochen haben. Dies lag aber nur in einem Fall an mangelnder Fitness. Die anderen klagten über Blessuren oder wurden krank.

Falls man mal einen schlechten Tag hat und nicht gleich abbrechen möchte: Auf manchen Etappen gibt es die Möglichkeit zu „schummeln“, indem man Abkürzungen, Busse oder ähnliches nimmt. Wer also mal eine Etappe „überspringen“ möchte, kann dies gegebenenfalls tun. Oder man plant gleich einen Ruhetag ein.

Man sollte also eine gewisse Grundfitness mitbringen und vor allem in der Lage sein sich am Etappenende bei den Hüttenaufstiegen durchzubeißen. Wahrscheinlich gibt es ohnehin kaum jemanden, der bisher ein Leben lang Bewegung gemieden hat und dann plötzlich die Alpen überqueren möchte. Von daher: Ich glaube du schaffst das auch!

Meine Fitness hat ausgereicht für die Alpenüberquerung. Am Etappenende war vor allem Willensstärke und Ausdauer gefragt.

Wie ist das mit den Hütten und Matratzenlagern?

Wer vorher noch nie in einer Berghütte in den Alpen übernachtet hat, wird sicher ganz schön Augen machen. Die Schlafsäle sind riesig und Privatsphäre gibt es absolut nicht. Vor allem im Matratzenlager ist der Platz sehr begrenzt und es kommt vor, dass man nahezu Schulter an Schulter mit einer fremden Person liegt. Allein die Braunschweiger Hütte in Österreich bietet beispielsweise 127 Schlafplätze im „Lager“ an. Man muss davon ausgehen, dass Leute nachts aufstehen oder schnarchen – das bleibt nie aus bei so vielen Menschen. Meistens habe ich trotzdem zu Schlaf gefunden, einfach weil die Erschöpfung groß genug war. Ohrenstöpsel mitzunehmen ist aber grundsätzlich keine schlechte Idee.

Neben den Matratzenlagern gibt es meistens auch (etwas teurere) Zimmerlager. Hier hat man zwar ein eigenes Bett, teilt das Zimmer aber auch mit mehreren Personen. Je nach Zimmergröße schlafen hier zwischen ca. 4 – 12 Menschen.

So sieht ein Zimmerlager in der Kemptner Hütte aus. Wer auf das Matratzenlager verzichten möchte, kann hier unterkommen.

Achtung: Einzel- oder Doppelzimmer gab es auf meiner Tour keine! Es soll wohl auch Hütten geben, die Doppelzimmer anbieten. Wer unbedingt Privatsphäre braucht sollte sich die Alpenüberquerung mit Hotelübernachtungen organisieren, das ist auch auf dem E5 möglich. Für mich gehört das Hüttenleben aber dazu, da die Stimmung wirklich sehr gut ist. Außerdem lernt man jede Menge Leute kennen und trifft sich während der Tour immer wieder. Das schweißt zusammen.

Gehört zur Alpenüberquerung einfach dazu: Das Matratzenlager. Auf Privatsphäre muss man allerdings verzichten.

Gibt es Strom in den Hütten?

Strom gab es in allen Hütten während meiner Alpenüberquerung. Manchmal war die Anzahl der Steckdosen jedoch relativ knapp, da am Abend jeder sein Handy oder Kameraakku aufladen möchte. Es lohnt sich einen USB-Stecker mit mehreren Anschlüssen mitzubringen, so dass man sich eine Steckdose mit mehreren Menschen teilen kann.

Neben dem Schuhraum gibt es oft auch einen Trockenraum, wo nasse Wäsche aufgehängt werden kann.

Muss ich die Übernachtungen vorher buchen?

Ja, das ist unbedingt empfehlenswert. Der E5 ist in den Sommermonaten sehr beliebt und das Kontingent an Schlafplätzen in den Hütten begrenzt. Ich habe auf meiner Tour einige Wanderer kennengelernt, die dennoch ohne zu reservieren losgezogen sind. Wenn die Hütten voll waren, wurden Notlager eingerichtet und sie haben auf dem Boden geschlafen.

Die Hütten, in denen man sehr wahrscheinlich auf der Standardroute von Oberstdorf nach Meran übernachtet, haben durchweg ansprechende Internetseiten mit sämtlichen Informationen. Zur Buchung kann man meistens ein Kontaktformular ausfüllen. Aber: nur buchen, wenn man auch wirklich kommt, sonst wird eine Stornogebühr fällig.

Hüttenübernachtungen lassen sich mittlerweile wohl auch online über Hütten-Holiday buchen. Das Portal gibt es erst seit 2013 und ich kann nicht für Vollständigkeit garantieren (Erfahrungen gerne in die Kommentare).

Martin-Busch-Hütte
Die Martin-Busch-Hütte am frühen Morgen.

Wer sich die Organisation komplett sparen möchte, kann sich Unterstützung von Reiseunternehmen wie z.B. ASI-Reisen holen. Ich habe diese Tour gemacht. Das hatte den Vorteil, dass alle Übernachtungen für mich gebucht wurden und ich vor der Tour auch super beraten wurde.

Es empfiehlt sich zudem unter der Woche aus Oberstdorf loszugehen, weil am Wochenende viele Reisegruppen starten und die Hütten dementsprechend voller sind.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich das alleine schaffe.

Das Ding ist: so richtig alleine ist man sowieso kaum. Ich habe die Tour auch alleine gemacht und hatte im Vorfeld überlegt, ob das nicht etwas riskant ist, alleine inmitten der Alpen ohne Handynetz, etc. Doch in der Praxis fand ich das eher unbedenklich: die Strecke ist ziemlich stark frequentiert und meistens gibt es zu der einen Route auch kaum Alternativen: das heißt, ALLE Wanderer sind auf dem gleichen Weg unterwegs. Ich würde nicht behaupten, dass es eine Ameisenstraße ist, denn es verläuft sich schon etwas. Trotzdem wusste ich immer, dass sehr zeitnah andere Wanderer vorbeikommen, falls ich mich tatsächlich verletzen sollte.

Allgäu Deutschland
Durch das alleine Wandern hatte ich die Gelegenheit die traumhafte Natur ganz für mich zu genießen.
Deutschland Alpen
Bereits an Tag 2 habe ich Deutschland verlassen. Servus Österreich!

Ich habe die Tour ganz bewusst alleine gemacht, weil ich in meinem Rhythmus gehen und diese Herausforderung selbst meistern wollte. Ich bin aber immer wieder auch Teilabschnitte mit anderen Wanderern gegangen oder habe meine Pausen mit anderen verbracht. Abends auf den Hütten lernt man ohnehin viele Leute kennen.

Die Alpenüberquerung alleine ist eine besonders intensive Erfahrung, ich war wirklich stolz als ich in Meran einlief. Genauso ist es sicher ein tolles Gemeinschaftserlebnis, wenn man als Gruppe loszieht. Fazit: Wie auch immer man es macht, es wird gut!

Ich habe die Alpenüberquerung alleine gemacht. In der Gruppe kann es allerdings auch ein tolles Gemeinschaftserlebnis sein.

Wie soll ich mich verpflegen?

Frühstück und Abendessen bekommt man auf der Hütte. Was also noch fehlt ist der Proviant für den Tag. Während fast allen Etappen gibt es die Möglichkeit sich zu verpflegen, sei es in Alpenhütten oder in kleinen Dörfern, die man während der Etappe im Tal passiert. Am besten man informiert sich am Vorabend in der Hütte, wenn man sich nicht sicher ist. Die Hütten verkaufen übrigens in aller Regel auch ein Verpflegungspaket für den Tag.

Meine Trinkflasche hat ein Volumen von 1 Liter (kleiner sollte sie nicht sein). Ich habe sie morgens in der Hütte aufgefüllt und fand unterwegs immer Gelegenheiten nachzufüllen.

Fazit: Es sind ausreichend Möglichkeiten zur Verpflegung vorhanden. Essen mitzubringen ist daher unnötig und beschwert nur den Rucksack. Wer allerdings ein paar Energieriegel oder andere unverzichtbaren Dinge mitnehmen möchte, kann dies natürlich gerne tun.

Holzgau Österreich
Holzgau: Hier habe ich mir Verpflegung gekauft, bevor ich den langen Weg zur Memminger Hütte fortgeführt habe.
Brotzeit Österreich Tiroler Speck
Tipp: In einer Alpenhütte Pause machen und die lokalen Köstlichkeiten ausprobieren. Ein Traum!

Besteht die Gefahr sich zu verlaufen?

Komischerweise war dies meine größte Sorge im Vorfeld. Ich habe mir Kartenmaterial auf das Handy geladen und zusätzlich „echte“ Karten in den Rucksack gepackt. Ich hatte großen Respekt vor diesem Riesengebirge, in das ich mich nun hineinbegeben würde. Grundsätzlich natürlich durchaus angemessen: Wanderkarte und Respekt vor den Alpen sollte man schon mitbringen.

Es stellte sich allerdings heraus, dass die Gefahr sich zu verlaufen, schwindend gering ist. Aus mehreren Gründen: Zum einen gibt es, wie oben bereits erwähnt, meistens genau einen Weg. Man hat also gar keine Chance falsch abzubiegen. Viele Etappen zeichnen sich durch ca. 2-3 Zwischenziele aus, die zudem durchweg gut ausgeschildert sind. Dazu kommt: es sind so viele Wanderer unterwegs, dass man sich bei Unsicherheiten immer mit anderen abgleichen kann.

Der Weg auf dem E5 ist bestens beschildert. Gefahr sich zu verlaufen besteht kaum.

Wie kann ich mich am besten vorbereiten?

Alpenüberquerung Ausrüstung

Hier einige allgemeine Bemerkungen zur Ausrüstung. Meine ausführliche Packliste gibt es im nächsten Kapitel.

Ganz wichtig: Man sollte seine Ausrüstung kennen. Es empfiehlt sich nicht Klamotten und vor allem Schuhe bei der Alpenüberquerung zum ersten Mal zu benutzen. Neue Ausrüstung immer mit genug Vorlauf anschaffen und ausreichend ausprobieren.

Der Inhalt meines Rucksacks. Insgesamt hat er (ohne Verpflegung) ca. 8 Kilo gewogen.

Außerdem wichtig bei der Ausrüstung: Weniger ist mehr! Wandern ist eine simple Tätigkeit, genau das ist das Schöne daran. Natürlich muss man bei einer Alpenüberquerung einige Dinge unbedingt dabei haben, aber man sollte es auf keinen Fall übertreiben.

Die Outdoorindustrie ist inzwischen ein milliardenschweres Business, es gibt unzählige Produkte von denen suggeriert wird, das sie essentiell sind. Hier sollte man bevor man dem Kaufrausch verfällt überlegen, ob man den Artikel wirklich braucht. Denn nie vergessen: Alles was man dabei hat muss ständig getragen werden und bei so einer Tour machen schon kleine Gewichtsveränderungen einen großen Unterschied.

Körperliche Fitness

Es empfiehlt sich (falls man das nicht ohnehin tut) im Vorfeld mal eine Wochenendtour oder zumindest einige schwierigere Tagestouren zu machen, um sich an die langen Gehzeiten zu gewöhnen. Man sollte auch Wanderungen mit Gepäck zu trainieren, denn der Unterschied ist nicht zu verachten.

Selbst wenn man sich für äußerst sportlich hält, kann diese Art der Vorbereitung sinnvoll sein. Wer eine gute Schnell- oder auch Maximalkraft besitzt ist noch lange kein ausdauernder Wanderer!

Außerdem sollte man mögliche körperliche Beschwerden vorher untersuchen lassen. Auf keinen Fall denken „ach, das wird schon irgendwie“. Denn Blessuren wie Kniegelenkbeschwerden, die im Alltag kaum Probleme bereiten, können die Alpenüberquerung ruinieren, weil sie aufgrund der extremen Belastung schlimmer werden.

Organisation
  1. Man sollte auf jeden Fall klären, wann man wo übernachtet (siehe Kapitel zu den Hüttenbuchungen).
  2. Man sollte sich Kartenmaterial besorgen und sicherstellen, dass man sicher damit umgehen kann. Mir persönlich kommen elektronische Karten sehr gelegen, für Smartphones empfehle ich das Material von Outdooractive (Kostenpflichtig für iOS und Android.) Das Kartenmaterial ist höchst präzise und lässt sich Offline-Speichern. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass der Akku eines Handys schnell leer gehen kann (vor allem bei aktiviertem GPS). Daher gehört eine traditionelle Karte meiner Meinung nach auch unbedingt mit ins Gepäck.
  3. Unbedingt Ausrüstung mit genügend Vorlauf besorgen und vorher ausprobieren/einlaufen/etc.

Packliste für die Alpenüberquerung: Was soll ich an Ausrüstung auf den E5 mitnehmen?

Ganz wichtige Frage, denn es gilt einen Spagat zu schaffen: Einerseits möchte man gut ausgerüstet die Alpenüberquerung starten, andererseits soll das Gewicht so gering wie möglich bleiben.

Daher sollte beim Packen die Frage immer lauten: Brauche ich das wirklich? Wenn du auf die Frage keine eindeutige Antwort hast, lass‘ es daheim! Die folgenden Dinge sind essentiell und gehören unbedingt mit auf die Tour!

Tagesrucksack 30-40 Liter Volumen:

Größer als 40 Liter sollte der Rucksack wirklich nicht sein. Ich hatte mir vorher den Osprey Talon 33 zugelegt und kann ihn nur weiterempfehlen. Ich finde bei diesem Rucksack passt einfach alles: Gewicht, Größe, Verarbeitung und Raumaufteilung.

Regenhülle für den Rucksack:

Ganz wichtig, damit der Inhalt trocken bleibt wenn es regnet. Bei vielen Rucksackmodellen ist das Cape gleich dabei, bei meinem war dies nicht der Fall. Ich empfehle die „Rain Flap“ von Tatonka.

Wanderschuhe:

Auf keinen Fall auf den letzten Drücker besorgen und unbedingt vorher einlaufen. Blasen an den Füßen können einem die komplette Wanderung ruinieren! Mir persönlich sind meine Merrell MOAB MID GTX absolut ans Herz gewachsen. Sie sind robust und halten dank GoreTex den Regen gut ab. Dennoch sind sie bequem und angenehm zu tragen, was mir besonders wichtig ist.

Hüttenschuhe:

Es gibt einfach nichts besseres als am Ende des Tages die Wanderschuhe abzulegen und in gemütliche Hüttenschuhe zu wechseln. Diese hier von COFACE sind wohlig weich und sehr angenehm. Alternativ kann man auch ein gemütliches Paar Sneakers nehmen, was den Vorteil hat, dass man damit auch draußen bequem rumlaufen kann.

Funktionsklamotten:

Auch wenn sie manche modisch anfechtbar finden: Funktionskleidung hat in diesem Fall klare Vorteile: Sie ist wesentlich leichter und trocknet schneller. Es gibt in vielen Hütten Trockenräume, wo man seine gewaschene Kleidung über Nacht aufhängen kann. Ich habe das einmal gemacht, allerdings sind meine Sachen in diesem dampfigen Raum über Nacht nicht getrocknet – so dass ich nasse Sachen auf die nächste Etappe mitnehmen musste – ziemlich unangenehm.

Tipp: An sonnigen Tagen die Sachen nach Ankunft in der Hütte auswaschen und dann draußen ein Plätzchen zum trocknen suchen – geht wesentlich schneller.

An Bekleidung empfehle ich folgendes mitzunehmen:

Shirts, Unterwäsche und Socken: viele T-Shirts sind wirklich nicht notwendig. Ganz hartgesottene nehmen nur 3 mit und waschen diese regelmäßig. Ich bin mit meinen 5 Shirts, sowie 5 Mal Unterwäsche und Socken super hingekommen.

Funktionshose und gemütliche Hose: Für meine Tour auf dem E5 hatte ich eine Trekking-Hose, die ich seinerzeit in Bolivien auf dem Markt gekauft habe – zugegebenermaßen keine optimale Lösung, da diese recht schwer war. Inzwischen nutze ich dieses Modell von Vaude, was ich uneingeschränkt empfehlen kann. Über meine gemütliche Stoffhose habe ich mich am Abend nach dem Duschen in den Hütten allerdings sehr gefreut.

Regenjacke und Regenhose/Gamaschen: In den Alpen kann muss man wettermäßig mit allem rechnen: Gute Regenbekleidung ist essentiell. Besonders Gamaschen finde ich nützlich, da man vermeiden kann, dass Regenwasser über das Hosenbein in die Schuhe gelangt, was eine Wanderung wirklich ruinieren kann: Hier hat sich dieses Modell von Tatonka bewährt.

Gamaschen und Wanderschuhe
Die Gamaschen musste ich auf der Tour nur einmal anlegen. Sie haben mich vor nassen Socken bewahrt.

Fleece: Mein treuer Begleiter von The North Face hat auch in den Alpen einen zuverlässigen Dienst geleistet: leicht, warm, weich und schnelltrocknend – eine super zweite Schicht, wenn es kälter wird in den Bergen.

Softshelljacke: Wenn die Temperaturen sinken und selbst der Fleece nicht mehr ausreicht, verwende ich immer meine Softshelljacke von Mammut. Ich kann diese Jacke nur empfehlen, da sie extrem wenig Platz im Rucksack verbraucht und dennoch gut isoliert.

Thermounterwäsche: Ich persönlich bin absolut überzeugt von Thermounterwäsche. Man bekommt eine extra Kleidungsschicht am Körper, falls die Temperaturen nochmal sinken. Gewicht und Größe sind fast zu vernachlässigen. Wer möchte, kann sie auch zum Schlafen tragen. Die Leggins „Oasis“ von Icebreaker ist zwar nicht ganz billig, überzeugen mich aber dank Top Merino-Qualität. Für den Oberkörper verwende ich die „Heat Gear“ von Under Armour, die ich absolut empfehlen kann.

Wandersocken:

Nochmal zum Thema Socken: Gute Wandersocken sind genauso wichtig wie gute Schuhe. Wenn man nasse, dünne, schmutzige oder qualitativ minderwertige Socken trägt, erhöht sich die Gefahr Blasen zu bekommen. Dies möchte man unbedingt vermeiden! Diese hier von Falke finde ich sehr komfortabel.

Hüttenschlafsack:

Dieser ist Pflicht in den Hütten in den Alpen und sollte unbedingt mitgebracht werden – sonst muss man sich einen gegen Gebühr ausleihen. Hüttenschlafsäcke sind wesentlich dünner als „echte“ Schlafsäcke. Sie werden in den Alpenhütten sinnvollerweise verwendet, da die Bettwäsche nicht täglich gereinigt werden kann. Mich hat der von Backpacker’s Journey überzeugt, vor allem wegen seines geringen Packmaßes.

Reise-/Mikrofaserhandtuch:

Mikrofaserhandtücher sind nicht nur wesentlich kleiner als gewöhnliche Handtücher – sie trocknen auch schneller: Ich habe dieses Modell von Kupi in der Größe M, was dank der praktischen Tasche sehr empfehlenswert ist.

Trinkflasche 1 Liter:

Ich empfand 1 Liter als genau die richtige Größe für die Tour. Ich habe meine Flasche morgens in der Hütte aufgefüllt, während der Tagesetappen gibt es immer wieder Gelegenheiten nachzufüllen. Die Flasche „Everyday“von Nalgene ist ein Klassiker: BPA-frei, robust und wirklich dicht.

Taschen-/Stirnlampe:

Diese wird nicht nur dann nützlich, wenn man nachts in der Alpenhütte den Weg zur Toilette finden möchte. Auch aus Sicherheitsgründen während der Wanderungen ist es ratsam eine Stirn- oder Taschenlampe bei sich zu haben. Ich selbst hatte eine recht einfache Taschenlampe dabei, habe aber andere Wanderer kennengelernt, die mit ihren Stirnlampen von Petzl sehr zufrieden waren.

Erste-Hilfe Set:

Ausgestattet mit (Blasen-)Pflastern, Verband und den wichtigsten Medikamenten.

Kosmetik:

Ich habe während meiner Tour eine Diskussion über die Notwendigkeit von Deodorant auf der Alpenüberqerung mitbekommen. Der eine meinte, ohne Deo „gehe er nicht aus dem Haus“. Der andere wiederum sagte, dass „ein bisschen Stinken zur Alpenüberqerung einfach dazugehört.“ Was ich damit sagen will? Jeder hat individuelle Bedürfnisse und sollte selbst entscheiden dürfen, was er/sie mitnehmen möchte. Daher gibt es hier auch keine konkrete Packliste mit Kosmetika. Auch hier gilt natürlich die Devise „Weniger ist Mehr“. Auf keinen Fall vergessen sollte man allerdings Sonnencreme und eine kleine Tube Waschmittel.

Sonstige nützliche Dinge:
  • Eine Powerbank und ein Multi-USB Stecker. Selbst wer sein Smartphone nur als GPS-Gerät und Kamera nutzt, kann der Batterie beim Sinken förmlich zusehen. Ich fand es daher hilfreich meinen „tizi Kraftprotz“ als Powerbank dabei zu haben. Da es in den Alpenhütten sehr wenige Steckdosen gibt, macht man sich mit einem USB-Stecker immer Freunde, da so mehrere Geräte gleichzeitig geladen werden können. Ich nutze die „tizi Tankstelle“.
  • Oropax. Irgendjemand schnarcht immer, da helfen nur noch Ohrenstöpsel!
  • Ein Wander-/Tourenbuch. Es ist eine gute Idee die Tour zu dokumentieren solange die Gedanken noch frisch sind! Ich persönlich habe „Mein Wanderbuch – Bruckmann Verlag“ genutzt, um die Tour strukturiert zu dokumentieren.
  • Taschenmesser. Man wird es immer wieder brauchen. Und wenn es nur zum Schneiden des leckeren Tiroler Specks ist. Mir leistet das „Huntsman“ von Victorinox schon länger gute Dienste.

Alternativrouten zum E5

Wer mehr Zeit, Lust und Ausdauer mitbringt und eine ausgiebigere Tour planen möchte, kann über sich über Alternativrouten informieren. Diese hier sind neben dem E5 die wohl bekanntesten Wege über die Alpen:

  • Traumpfad: München (D) -Venedig (I), 520km, 28 Etappen
  • L1: Garmisch (D) – Brescia (I), 400km, 28 Etappen
  • Grande Traversata delle Alpi (GTA): Grießpass (CH) – Ventimiglia (I), 1000km, 60 Etappen
  • Via Alpina: Oberstdorf (D) – Triest (I): 800km, 40 Etappen
  • Alpe Adria Trail: Großglockner (AUT) – Muggia (I): 650km, 34 Etappen

Ich hoffe du hast hier Antworten auf deine Fragen bekommen. Nein? Schreibe deine Frage in die Kommentare, dann werde ich sie beantworten und in den Text integrieren!

Ich kann die Alpenüberquerung jedem Natur- und Wanderfreund nur empfehlen. Sie ist ein unglaublich tolles Erlebnis und ich würde auch dir wünschen, dass du diese Erfahrung machst!

Meine Erfahrungsberichte zum E5

Wer möchte, kann zunächst die Erfahrungsberichte von meiner Alpenüberquerung auf dem E5 lesen. Ich habe meine Tour ausführlich dokumentiert, inklusive Statistiken, Fotos, Video und GPS-Karte von jeder Etappe.

Teil 1: Oberstdorf – Kemptner Hütte – Memminger Hütte – Zams Venet Gipfelhütte

Teil 2: Braunschweiger Hütte – Martin-Busch Hütte – Meran

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Kategorie: Alpen

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Stefan ist ein echter Travel Enthusiast! Sprachen und Reisen sind seine Leidenschaft. Darum hat er auch Englisch und Spanisch studiert. Seit der Weltreise krempelt er seine Karriere gerade komplett um. Seine Lieblingsthemen: das Unbekannte und Outdoorabenteuer.

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