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Ein Wochenende in Köln

Warst du schonmal in Köln? Ich komischerweise erst einmal in meinem Leben. Mit 18. Tagsüber lümmelten wir auf einer Wiese am Rheinufer herum, um dann zu fünft in einem Auto sitzend zu übernachteten. Jetzt, so 20 Jahre später, soll es anders werden: Ich will Köln besser kennenlernen.

kölner dom weitwinkel
kölner dom fahrrad

Zeit dazu bleibt nicht viel, ich komme im klassischen Citytrip-Zeitslot von Freitagnachmittag bis Sonntagvormittag. Macht nichts, zum Kennenlernen sollte es reichen. Und ich bin ein ambitionierter Tourist: Mein Notizbuch hab‘ ich, die Kamera hängt um den Hals und Turnschuhe trage ich sowieso. Also, was gibt es hier jetzt zu tun?

Zur Transparenz: Ich wurde vom Lindner City Hotel Plaza nach Köln eingeladen. Das Team von Lindner hat ein großartiges Programm zusammengestellt und mich (und andere Blogger/Journalisten) bestens versorgt. Das Besondere an dem Hotel: Es gibt hier Kunstwerke des lokalen Street-Art Künstlers seiLeise dauerhaft auf den typisch kölschen Themen-Etagen zu entdecken. 

Tim Ossege alias SeiLeise bringt seine Straßenkunst in die Flure des Lindner Hotels Köln.
lindner plaza hotel köln

„Der beste Platz ist immer am Tresen“

…sagt man hier in Köln angeblich. Ich sitze aber am Tisch. Denn im Veedelseck, dem Hotelrestaurant des Lindner City Plaza gibt es erst einmal Spargel. Was lernt man da über Köln? Vor allem, dass die Biergläser hier klein sind, dafür aber niemals leer werden. Wenn man sich nicht aktiv wehrt, wird sofort ein neues Gläschen Kölsch hingestellt, sobald das aktuelle leer zu werden droht. Am Ende verliere ich den Überblick und gebe mich geschlagen, indem ich meinen Bierdeckel auf das Glas lege (Kölsch für: „Ich gebe auf“).

„Köln ist die toleranteste Stadt Deutschlands“

…sagt jemand. Am Samstagmittag auf dem Heumarkt bilde ich mir kurz ein, dass das stimmen könnte. Hier tut ein jeder, was gerade Spaß macht. Trotz Regenwetter. Eine Band aus Holland marschiert mit Trompeten über den Platz, schmerzlose Junggesellinnen verkaufen Schnaps und finden sogar Abnehmer (eine Gruppe von männlichen Touristen, deren Lebensgeister im Angesicht dieser Schnapsdrosseln in einheitlichen T-Shirts zum Höhenflug ansetzen, noch bevor der erste Feigling den Besitzer wechselt). Ob das nun einmalig für Köln ist? Dazu wirkt es doch zu vertraut. Eher ein typischer Samstag in deutschen Fußgängerzonen, wie er sich auch, sagen wir mal in Oldenburg, Kassel oder Wiesbaden zutragen könnte.

ostermann brunnen
skyline köln

Echt Kölnisch Wasser

Im Dufthaus 4711 sprudelt das Kölnisch Wasser verschwenderisch aus einem Brunnen. Hand drunter, Hals einreiben und sich wie neugeboren fühlen. Seit 1792 wird hier das legendäre Duftwasser produziert und funktioniert heute vor allem als sogenannter Flagshipstore. Wir haben das Seminar „Create your own Cologne“ gebucht, dürfen uns also selbst als Parfümeure ausprobieren. Es gibt Basisdüfte und sogenannte Störer, die nur Tropfenweise verwendet werden sollten. Ich will einen markanten Männerduft kreieren, greife beherzt zu Holz und Bergamotte, und gebe, einfach weil ich kann, ein Tick Orange dazu. Jetzt bloß nicht den Anfängerfehler machen und zu viele Düfte mischen. Dr. Stefan Rath, der unser Wirken fachmännisch begleitet, wedelt mit meinen Duftstreifen unter seiner Nase herum. Er lässt kurz einwirken und spricht sein Urteil: „Fabelhaft!“ Mein Fazit: Spaß gehabt und im Notizbuch unter „Schlechtwettertipp“ notiert.

dufthaus 4711 köln
dufthaus 4711

Kölsche Gastlichkeit im Töller

Abends verschwinde ich im hinteren Teil einer Eckbank im Töller, einem der ältesten Gasthäuser Kölns. Das Mobiliar wurde bewusst seit 1871 nicht ausgetauscht, auch die klassischen blauen Hemden der Kellner (Köbes, wie man hier sagt), verweisen auf eine andere Zeit. Es ist laut und voll im Gastraum. Hier sind sie jetzt, die rheinischen Frohnaturen, auf engstem Raum versammelt. Im reduzierten Ambiente mit Holztischen, Braten und Bier.

Eine Kellnerin fegt mit dem Kölschkranz hindurch, ersetzt leere durch volle Gläser und findet dabei kein Ende. Wer auch nur andeutet, dass er etwas anderes als Kölsch trinken möchte, kassiert ein Augenrollen. Zwei Frauen am Nebentisch: eine klagt über ihre Beziehung, die andere erwidert immer: „Isch han et dir jesaaagt!“ Irgendwann werden uns Braten so groß wie Fußbälle serviert. Mein Nebensitzer filmt unsere Teller ab und kommentiert für die Follower: „Unfassbar Leute, schaut euch das mal an!“ Fazit: Ein Abendessen, das ich guten Gewissens als kulturelle Exkursion verbuche.

Gasthaus töller köln

Schokoladenmuseum Köln

Am Sonntag, paar Stunden vor meiner Abreise, scheint die Sonne. Ich möchte nichts lieber tun, als nochmal durch die Stadt zu flanieren. Doch ich bin im Schokoladenmuseum zur Führung verabredet. Den Termin möchte ich als Schokoladenfreund nicht missen. Wir werfen einen Blick auf die Produktionsstraße und begehen ein Tropenhaus mit Kakaobäumen. Dabei schnappe ich ein paar Schoko-Fakten auf (Deutschland hat weltweit den höchsten pro Kopf Konsum / Weiße Schokolade enthält kein Kakao / Schokolade wurde früher nur getrunken / Das Filmblut aus der Dusch-Szene in Hitchcocks „Psycho“ bestand aus Schokosirup), doch stehle mich bald davon.

Der blaue Himmel strahlt durch die Glasfront des Museums…and I must go. Vorher gehe ich noch am Schokoladenbrunnen vorbei, zweifelsfrei mein Highlight des Museums, und lasse mir ein paar Wäffelchen mit flüssiger Schoko überziehen. So gut! (Fazit Schokoladenmuseum: Schlechtwettertipp!)

schokoladenmuseum köln

Mit 500 000 Liebespaaren über die Hohenzollernbrücke

Für Köln-Kenner ist es wohl ein no-brainer, für alle anderen noch ein kleiner Tipp: Vom Schokoladenmuseum zur Deutzer Brücke gehen, diese überqueren und dann zurück auf die Stadt blicken für tolle Skyline-Views! Das Gute daran: man kann auf der „anderen Seite“ auf der Hohenzollernbrücke zurückgehen. Diese zu überqueren ist echt eindrucksvoll (irre Stahlkonstruktion / Blick auf den Dom / 500 000 „Liebesschlösser“ / Züge rauschen hautnah vorbei / versteckte Street-Art) und gehört unbedingt zu einem Kölnausflug dazu!

Hohenzollernbrücke Köln
Köln blick deutzer brücke
Street Art Köln Hohenzollernbrücke

Gesamtfazit: 1. Eindruck passt, Zeit gut genutzt! Nächstes Mal werde ich meine Fühler in die schönen Stadtteile strecken, für die es dieses Mal nicht gereicht hat. Köln wirkt quirlig und weltoffen – sehr sympathisch, wie ich finde!

Übrigens: Bloggerkollegin Anna von Anemina Travels hat sich näher mit Street-Art in Köln befasst und dabei nicht nur coole Kunstwerke, sondern auch spannende Menschen kennengelernt!

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Stefan ist ein echter Travel Enthusiast! Sprachen und Reisen sind seine Leidenschaft. Darum hat er auch Englisch und Spanisch studiert. Seit der Weltreise krempelt er seine Karriere gerade komplett um. Seine Lieblingsthemen: das Unbekannte und Outdoorabenteuer.

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