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Wanderglück im Val da Camp | Schweiz

Blumige Wiesen, das Glockenläuten der Kühe im Ohr. Hinauf auf über 2000 Meter zu zwei Bergseen- dem Lagh da Saoseo und dem Lagh da Val Viola- führt unsere Tageswanderung im Puschlavtal. Der Aufstieg: mit Schmackes. Die Aussicht: Postkartenidylle pur. Das Feeling am Ende des Tages: pures Wanderglück.

Wanderbericht Val da Camp

  • Wanderung: Durch das Tal „Val da Camp“ zum Lagh da Saoseo & Lagh da Val Viola
  • Ort: Puschlavtal, Kanton Graubünden, Schweiz
  • Dauer: 1 Tag (etwa 6-7 Stunden zzgl. Pausen). Wir haben 8 Stunden benötigt.
  • Strecke: circa 16 Kilometer
  • Höhenmeter: ↑ 872 | ↓ 871
  • Nächster Ort zum Übernachten: Poschiavo
  • Startpunkt der Wanderung: Sfazù (Busanbindung ab Poschiavo)

Inhaltsübersicht Tageswanderung Val da Camp

Türkis, smaragdgrün, tiefblau- der Lagh da Saoseo schimmert in so vielen Blautönen, dass kein Himmel gegen ihn konkurriert. Umrahmt wird dieser schillernde Bergsee von Fichten und Arven, deren Wurzeln sich über Felsen schlingen, als seien sie Zierschleifen für den Saoseo. Das Staunen wird nur größer, wenn man auf die umliegenden Gipfel blickt, die das Val da Camp einrahmen.

Solche Ansichten eines Bergsees kannte ich bislang nur von Instagram, bei denen ich mehr Filter als Reality vermutete. Als Alpen-Newbie war ich noch gar nicht darauf gefasst, wie schön die Natur hier oben, auf über 2000 Metern, sein kann. Doch erstmal zum Anfang.

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Der Lagh da Saoseo- unfassbar klar, unfassbar türkis.

Etappe 1: Von Sfazù bis zum Refugio Saoseo

Das Lunchpacket ist eingepackt, die Wanderschuhe geschnürt, es kribbelt in den Füßen. Mit dem Bus geht es zum Startpunkt Sfazú, eine Haltestelle im Nichts, sieht man von dem Restaurant an der Haltestelle mal ab. Hier beginnt ganz unscheinbar der Wanderweg. Sanft führt der Weg hinauf, zu unserer Rechten eröffnet sich schon bald der Blick in das Tal. Farbenfrohe Blumen blühen auf den frischen Alpenwiesen, Kuhglocken läuten rhythmisch, ansonsten herrscht an diesem frühen Morgen noch Stille.

Im Rifugio Saoseo gönnen wir uns einen Cappuccino, von hier geht es nämlich nun weiter bergauf.

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Zeit für Kaffee? Muss sein.
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Etappe 2: Rifugio Saoseo – Lagh da Saoseo – Lagh Val Viola

Der Lagh da Saoseo befindet sich nur noch etwa 30 Minuten entfernt vom Rifugio. Ab hier sind mehr Wanderer unterwegs, die die Strecke zwischen Sfazù und dem Rifugio mit dem Postkleinbus gefahren sind (Reservierung notwendig unter: Reservierung: +41 81 844 10 42 ).

Wir wandern nun durch einen dichten Fichtenwald, es geht auf und ab, bis plötzlich das Türkis erscheint: Der Lagh da Saoseo.

Karibisches Blau trifft auf frisches Waldgrün trifft auf granitfarbene Berggiganten.

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Reinspringen? Geht- ist aber ziemlich kalt.
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Lagh da Saoseo- türkiser geht’s nicht.

Verführerisch, hier nun eine Rast einzulegen- doch wir wollen weiter hinauf. Zum Lagh da Val Viola schlängelt sich der Wanderweg nun durch den dichten Wald, zuerst vorbei am kleinen Lagh da Scispadus, bevor Kuhglocken auf den näherrückenden Lagh da Val Viola deuten.

Surreal, der Anblick von weidenden Kühen zwischen den kleinen Strömen, die von den Bergen in den Lagh da Val Viola fließen. Im Hintergrund zeigt sich der 3262 Meter hohe Scima da Saoseo, verhalten unter vorbei wabernden Wolken.

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Der kleine Lagh da Scispadus.
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Drama-Wolken.
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Na, wer findet die Kuh?
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Am Lagh da Val Viola.

Etappe 3: Lagh da Val Viola – „Felsenmeer“ – Lagh da Saoseo

Man könnte nun umdrehen, wieder zum Refugio Saoseo und dann auf der rechten Talseite hinunter wandern. Ein Blick auf die Uhr verrät, dass wir etwas spät dran sind. Unzählige Fotostopps, der Cappuccino, das rächt sich nun.

Doch da vorne liegt -zum greifen nah- der für uns reizvollste Part der Wanderung. Hoch, über die Baumgrenze, quer durch den granitfarbenen Bergsturz, unterhalb des Scima da Saoseo, da wollen wir hin.

Statt die Füße ins Nass zu halten, schnüren wir die Wanderstiefel nun feste zu. Am Ufer des Sees geht es nun weiter bergauf, bis der See plötzlich in seiner vollen Pracht unter uns liegt. Die Alpenrose blüht pink, der Himmel tut sich auf, es ist zum Dahinschmelzen. Außer uns erblicken wir noch ein Trio, das einige Hundert Meter hinter uns durch das Geröllfeld kraxelt. Von unten hatte ich keinen Weg ausfindig machen können. Kein Wunder, denn hier oben verläuft der Wanderweg über und durch riesige Felsen. Voller Körpereinsatz ist an manchen Felsen gefragt, um sich hinaufzuziehen.

Der höchste Punkt der Wanderung liegt bei 2266 Metern Höhe, irgendwo auf diesem Geröllfeld. Wir schenken dieser Zahl keine Aufmerksamkeit, sind jetzt ganz bei uns, dem Weg, dem nächsten Schritt.

Irgendwann geht es hinab, nicht dezent, sondern stramm und zielgerichtet. Wir: im Flow. Konzentriert und doch leichtfüssig geht es runter, weiter, bis irgendwann das funkelnde Türkis des Lagh da Saoseo zwischen den Nadelbäumen scheint.

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Der Lagh da Val Viola von oben gesehen. Wer Zeit hat und fit ist, sollte unbedingt die Extra-Runde über den Bergsturz machen.
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…auch wenn man manchmal in den Wolken hängt.
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Etappe 4: Lagh da Saoseo – Terzana – Sfazù

Über die andere Talseite führt der Wanderweg nun hinab- vom Lagh da Saoseo (2029 Meter) bis nach Sfazú (1622 Meter) durchqueren wir dichten Wald und lichte Blumenwiesen.

Der eisblaue Fluss, der das Tal hinab braust, das Surren von Bienen, Kuhglocken. Eine liebliche Geräuschkulisse begleitet uns bis nach Sfazù, wo wir zehn Minuten vor dem 17:00 Uhr Bus zurück nach Poschiavo eintreffen.

Ich muss schmunzeln, als wir die Uhrzeit prüfen. Um 9 Uhr liefen wir hier in Sfazù los. Nine-to-Five, auf Schweizerisch sozusagen. 🙂

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Infos zur Wanderung durch das Val da Camp

Start & Ende der Wanderung: Haltestelle Sfazù (Anfahrt mit dem Postbus 701 ab Poschiavo, circa 20 Minuten Fahrzeit). Fahrplan für den Bus ab Poschiavo hier.

Wer die Wanderung etwas abkürzen möchte, kann auch mit dem Kleinbus ab Sfazù bis zum Refugio Saoseo hochfahren. Achtung: Für den Kleinbus muss man einen Sitzplatz reservieren.

Einkehrmöglichkeit im Refugio Saoseo. An den Seen kann man herrlich picknicken. Wasser kann man an diversen Brunnen unterwegs auffüllen (wir hatten jeder eine 1-Liter-Flasche dabei und haben diese immer wieder aufgefüllt).

Übernachten: Wir haben in Poschiavo übernachtet. Das Dorf liegt mitten im Puschlavtal und ist sehr sehenswert. Vor allem aber: Hier kann man so richtig gut essen. Ach was, schlemmen! Wer noch mehr Bergfeeling möchte, kann auch in der Hütte „Rifugio Saoseo“ übernachten.

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Schweizer Infrastruktur für Wanderer: Top!

Val da Camp Online-Wanderkarte

Karte: Hier findest Du die Route auf SchweizMobil. Man kann die App auch runterladen und die Tour dort speichern. Über die App findest Du auch noch weitere Wanderwege- davon gibt’s in der Schweiz wahrscheinlich mehr als Kühe ;-).

Auch bei Outdooractive kann man die Val da Camp Route finden.

Die Wanderwege sind natürlich auch gut ausgeschildert.

Quelle: SchweizMobil.

Noch mehr Infos benötigt? Über die kostenlose Rufnummer 00800 100 200 30 könnt ihr euch direkt von Schweiz Tourismus beraten lassen. Per Mail richtet ihr eure Fragen an: info@myswitzerland.com. Oder stöbert auf My Switzerland, dort kann man sowohl nach Erlebnis (z.B. Berge, Winter, Kultur) als auch direkt nach Regionen die Schweiz virtuell entdecken.

Transparenz | Werbung: Wir waren auf Einladung von Schweiz Tourismus in Graubünden und im Tessin unterwegs. Danke für die tolle Organisation der Reise.

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Aylin zählt sich zur Generation (wh)Y und liebt es, Dinge zu hinterfragen, herumzuphilosophieren und das Leben aus allen Perspektiven zu beleuchten. Gerne auch mit ihrer Kamera. Der zweite Kaffee am Frühstückstisch ist für sie der Inbegriff von Luxus (Zeit + Genuss = Lebensfreude). Wollte mit zart-naiven 16 Jahren mal Journalistin werden und die Welt retten, dieser Blog ist quasi die Erfüllung ihres Mädchentraums.

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