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Handverlesene Tipps: Die 22 besten Bücher über das Reisen

Reisebücher Tipps Empfehlungen

Hier kommt eine Liste mit den besten Büchern, die von Unterwegs erzählen. Jedes dieser Reisebücher hat einen besonderen Eindruck bei mir hinterlassen und wird guten Gewissens empfohlen!

Welches sind die besten Reisebücher?

Es gibt viele Bücher, die vom Reisen erzählen. Sehr viele. Ich habe mittlerweile den Überblick verloren, so viele Bücher kommen ständig auf den Markt. Das ist vollkommen in Ordnung, es zeigt ja nur, dass das Genre beliebt ist. Es bedeutet aber auch, dass man Bücher gut auswählen muss, denn die Unterschiede sind enorm. Manche stechen so sehr hervor, dass ich noch Jahre später überlege, wie jemand so ein geniales Buch überhaupt schreiben kann. Um genau diese Bücher soll es hier gehen. Buchperlen, die mich nachhaltig beeindruckt haben.

Ernest Hemingway: Paris, ein Fest für’s Leben (orig. A moveable feast)

Eine autobiographische Erinnerung Hemingways an seine turbulente Zeit in Paris. Interessant aus verschiedenen Gründen: Zum einen ist man mittendrin, in der Künstlerszene im Paris der 1920er: Hemingway beschreibt Menschen, Freundschaften, Bars und Cafés. Anderseits lohnt sich das Buch, um Hemingways reduzierten, schlanken Stil, der ja die gesamte amerikanische Literatur maßgeblich beeinflußt hat, in einem zugänglichen Rahmen kennenzulernen.

Roger Willemsen: Deutschlandreise

Roger Willemsen war für mich einer der größten Intellektuellen des Landes. Einer, dem ich immer gerne zugehört habe, ganz egal worüber er sprach. Oder schrieb. Seine Deutschlandreise steckt voller wundervoll poetisch beschriebener Begegnungen und teilweise absurden Situationen. Willemsen gelingt ein kritischer und doch sanftmütiger Blick auf das Land. Er entdeckt das Besondere in Alltagssituationen und zeigt sich (wie immer) als scharfsinniger Beobachter seiner Umgebung.

Roger Willemsen: Bangkok Noir

Willemsen begibt sich mit Fotograf Ralf Tooten für 3 Monate nach Bangkok und verlässt das Haus nur bei Nacht. Er streift durch eine beeindruckende, urbane Umgebung und fängt in seinem unverkennbaren Stil lyrisch die Stimmung der Stadt ein. Gepaart mit den stimmungsvollen Fotografien entsteht ein eindrucksvolles Nachtportrait Bangkoks.

Helge Timmerberg: Die Straße der Lebenden

Timmerberg ist eine Legende der deutschsprachigen Reiseliteratur. Man kann guten Gewissens sein gesamtes Werk empfehlen, die Straße der Lebenden ist eines seiner neueren Bücher und eignet sich hervorragend für den Einstieg (oder ergänzt die Sammlung). Timmerberg trägt schräge Anekdoten aus aller Welt zusammen. Die Stories fesseln, sind lustig und einfach irre gut geschrieben.

Dennis Gastmann: Atlas der unentdeckten Länder

Gibt es das heutzutage noch unentdeckte Länder? Ja, und Gastmann spürt sie auf. Er unternimmt eine aberwitzige Segeltour in die Südsee, um in Pitcairn an Land zu gehen, reist nach Transnistrien auf der Suche nach Liebe und wird sogar Kaiser von Ladonien. Das Buch zeigt das echte Abenteuer noch möglich sind und die Erde voller geheimnisvoller Orte steckt. Unfassbar unterhaltsam geschrieben!

Bruce Chatwin: In Patagonien (orig. In Patagonia)

Eines der ersten Reisebücher, das ich überhaupt in die Finger bekam. Ich rede mir ein, dass es mich selbst zum Fernreisen inspiriert hat. Vielleicht reichte dafür die Stelle, wo Chatwin sich per Fax („Have gone to Patagonia“) bei der Arbeit abmeldet und einfach loszieht. Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob das ein verklärter Blick auf ein Buch ist, von dem ich gar nicht mehr soviel weiß. Es hat mein Fernweh jedenfalls nachhaltig befeuert, daher muss es auf diese Liste.

Jason Wilson & Alexandra Fuller: The Best American Travel Writing 2019

Essays und Short Stories sind in Nordamerika gängiger als hierzulande. Diese anthologische Buchreihe veröffentlicht jährlich eine Reihe von guten Beiträgen aus der Kategorie travel writing. Ich bin 2011 eingestiegen und freue mich seitdem immer wieder auf die jährliche Neuerscheinung. Meistens sind es Beiträge amerikanischer Journalisten, die eine Weile im Ausland leben. Die Berichte sind hochwertig, gleichzeitig erfährt man etwas über den US-amerikanischen Blick auf die Welt.

Paul Watzlawick: Gebrauchsanweisung für Amerika

Für die Bücher aus der „Gebrauchsanweisung für …“ – Reihe gilt: hit-or-miss. Einige sind super, ander eher mau. Watzlawicks Beitrag zu Amerika fand ich super. Er ist in seiner 1. Auflage bereits Ende der 70er Jahre erschienen. Gewiss hat sich in den USA viel getan seitdem, aber viele der kleinen kulturellen Feinheiten, die Watzlawick aufgreift, haben die Zeit überdauert. Er schreibt bissig unterhaltsam und man erkennt viele Dinge wieder, die einem als Europäer auf USA-Tour kurios vorkommen.

Loung Ung: Der weite Weg der Hoffnung (orig. First They Killed My Father)

Keine klassische Reiseliteratur, trotzdem will ich es hier erwähnen: Loung schildert autobiographisch wie sie den Genozid der Roten Khmer in Kambodscha erlebt hat. Teilweise kaum zu ertragen, da sie die unfassbaren Grausamkeiten des Regimes und die eigene Hungersnot aus ihren kindlichen Augen beschreibt. Ich habe es während unserer Reise durch Kambodscha gelesen und es hat mir geholfen, das Land vor dem Hintergrund seiner jungen Geschichte zu betrachten.

Tiziano Terzani: Fliegen ohne Flügel: Eine Reise zu Asiens Mysterien (orig. A Fortune-Teller Told Me: Earthbound Travels in the Far East)

„Dieses Jahr darfst du nicht fliegen“ – Asienkorrespondent Tiziano Terzani erhält Rat von einem Wahrsager – und hält sich daran. Auf einer Reise durch Asien in Bussen, Zügen und sonstigen Verkehrsmittel besucht er immer wieder Wahrsager und reflektiert gefühlvoll über Tradition und Moderne. Ein schönes Plädoyer für langsames Reisen.

Andreas Altmann: Leben in allen Himmelsrichtungen

Altmann gehört zu Deutschlands bekanntesten Reisereportern. Zurecht. Er hat neben unzähligen Reportagen einige Bestseller geschrieben. Leben in allen Himmelsrichtungen, eine Sammlung an Reportagen aus der ganzen Welt, empfiehlt sich als Einstieg. Altmann geht oft dahin, „wo es weh tut“. Er taucht in Subkulturen ab, lernt interessante Menschen kennen und arbeitet Themen heraus, die anderen Reisenden vielleicht verborgen bleiben. (Der Ausflug in die fundamental christliche Homophobenszene von Louisiana – zum Schaudern! Der Aufenthalt in der Klinik zum Heilfasten am Bodensee – köstlich!)

Marco d’Eramo: Die Welt im Selfie

Unfassbar gut. Eine soziologische Betrachtung des Reisens, die der ganzen Absurdität des modernen Reisens auf den Grund geht. Was hat es mit den Menschenmassen auf sich, die vor Sehenswürdigkeiten ihre Selfie-Sticks ausfahren? D’Eramo geht der Sache wissenschaftlich aber auch unprätentiös charmant auf den Grund! (Die Touristen sind natürlich immer die anderen!)

Ilija Trojanow: Gebrauchsanweisung fürs Reisen

Möchte man eine Gebrauchsanweisung für das Reisen überhaupt haben? Nun, von einem wie Trojanow allemal. Der Mann verkörpert das Reisen, aber auch das Schreiben darüber, wie kein anderer. Seine Reportagen sind scharfsinnig, viele davon zurecht preisgekrönt. In diesem Buch destilliert er die „Quintessenz“ seiner Reisetätigkeit zu einer kompakten Reflexion darüber, wie „gutes“ Reisen aussehen kann.

Ilija Trojanow: Der entfesselte Globus

29 Reportagen aus Afrika, Indien, Asien, der Antarktis und seinem Geburtsland, Bulgarien, vereint in einem kompakten Büchlein. Trojanow nimmt uns mit in die Welt, wir treffen mit ihm merk-würdige Menschen, beobachten skurrile Szenen, versuchen, die Welt irgendwie zu verstehen. Kluge Reisereportagen, die klar erzählt sind, mit Humor und Verstand.

Jens Mühling: Schwarze Erde – Eine Reise durch die Ukraine

Dieses Buch fiel mir eine Woche vor unserer Ukrainereise 2018 in die Hände. Ein Glücksgriff. Mühling versteht es, Reiseerzählung und geschichtliches Hintergrundwissen zu verflechten. Einfühlsame und unvoreingenommene Beobachtungen, auch denen gegenüber (zB. Nationalisten), deren Ansichten er nicht teilt. Manchmal ironisch, dann wieder melancholisch, nie langweilig zu lesen.

Ryszard Kapuściński: Meine Reisen mit Herodot

Der polnische Journalist gehört zu den ganz Großen des 20. Jahrhunderts, auch wenn ihn womöglich wenige hier in Deutschland kennen. In den 50er Jahren reiste Kapuściński als Korrespondent nach Asien, den Mittleren Osten, Lateinamerika und auch Afrika. Seine Reportagen sind spannend, politisch und dann wieder sehr persönlich. Immer dabei: Schreibmaschine und die „Historien“ von Herodot, dem griechischen Geschichtsschreiber aus der Antike.

Ryszard Kapuściński: Afrikanisches Fieber

Wer sich für den afrikanischen Kontinent interessiert, muss dieses Buch lesen. Kapuściński reiste mehr als 40 Jahre durch Afrika, immer am Puls seiner Zeit: Putsche, Bürgerkriege, Dekolonisierung und Staatsgründungen. Er beschreibt feinfühlig individuelle Begegnungen, abenteuerliche (und teilweise gefährliche) Geschehnisse in turbulenten Zeiten, bringt historische Perspektiven mit ein. Lehrreich, den eigenen Horizont erweiternd und dabei spannend geschrieben.

Kai Strittmatter: Gebrauchsanweisung für China

Wenn es ein Land gibt, für das ich eine Gebrauchsanweisung brauchte, dann war es China. Strittmacher lebte acht Jahre als Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in China. Von alltäglichen Dingen (Essen, Familienbeziehungen) bis hin zu gesellschaftlichen Konzepten (Kommunismus, Zensur) beobachtet er scharfsinnig, erklärt die dahinterliegende Logik, ordnet Geschichtliches zu. Dabei (ver)urteilt er nicht, sondern schafft es, dieses fremd (erscheinende) Land uns näher zu bringen.

Matthew Perry: Inca Kola: A Traveller’s Tale of Peru (Englisch)

Kein starker Tobak, sondern eine abenteuerliche Erzählung einer Reise durch Peru. Matthew und seine drei Freunde gehen backpacken in Peru und kommen immer wieder in skurrile, teils brenzliche, teils komische Situationen. Sie treffen auf Prostituierte, Kriminelle, gehen wandern, werden ziemlich krank. Ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt, sie raufen sich zusammen und erleben wahrscheinlich „the trip of their lives“.

Nigel Barley: Toraja. Misadventures of an Anthropologist in Sulawesi, Indonesia. (Englisch)

Eine Reiseerzählung der anderen Art: Barley ist Ethnologe und als solcher erforscht er „fremde“ Kulturen. 1985 begibt er sich auf die Insel Sulawesi, um die Toraja zu erforschen. Unterhaltsam, ironisch, reflektiert schreibt er über seine Erfahrungen und auch sein Scheitern als Forscher. Seine Erzählungen fielen mir ein, als wir in Indonesien unterwegs waren- und führten uns dann ebenfalls nach Sulawesi zu den Toraja.

Alain de Boton: Die Kunst des Reisens

Philosophie ohne Schnickschnack. Verständlich, lebensnah und doch tiefgründig. So schreibt de Boton über das Reisen: von der Vorfreude, der Reisemotivation bis hin zu Enttäuschungen und unerwartetem Glück. Wer sich mit dem Reisen an sich, quasi auf der Metabene, befasst, wird beim Lesen dieses Buches oft „genau so ist es“ denken.

Philipp Laage: Vom Glück zu Reisen

Eine moderne Reisephilosophie: hier wird das Reisen aus allen Blickwinkeln beleuchtet. Sämtliche Widersprüche, Themen und Fragestellungen, mit denen man sich als Reisender selbst konfrontieren sollte, werden gegeneinander abgewogen. Philipp Laage ist selbst ein Vielreisender und reflektiert welche Implikationen die Reisetätigkeit mit sich bringt.

Laage beschreibt kompliziertere Themen beeindruckend klar und belegt seine Thesen immer wieder über Expertenzitate oder Anekdoten von eigenen Reisen. Das Buch ist am Puls der Zeit, es greift aktuelle (Reise-)Themen wie z.B. Digitalisierung, Overtourism und die Tendenz zur Selbstinszenierung auf.

Es ist vor allem deshalb unheimlich erfrischend, weil ein so realistischer, abwägender Blick auf das Reisen geworfen wird. Eine notwendige Abwechslung zu dem omnipräsenten „Wie ich durch das Reisen glücklich wurde“- Ratgebern.

Was hältst Du von der Liste? Hast Du schon eines der Bücher gelesen? Welches Buch über das Reisen empfiehlst du? Sag es mir in den Kommentaren!

Für alle, die selber über das Reisen schreiben (wollen): In diesem Artikel findest Du meine Tipps zum Schreiben von Reiseberichten. Darin empfehle ich auch Bücher über das Schreiben an sich, denn auch das ist eine kleine Wissenschaft für sich.

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Stefan ist ein echter Travel Enthusiast! Sprachen und Reisen sind seine Leidenschaft. Darum hat er auch Englisch und Spanisch studiert. Seit der Weltreise krempelt er seine Karriere gerade komplett um. Seine Lieblingsthemen: das Unbekannte und Outdoorabenteuer.

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