Der gute Tropfen – Cafayate
Cafayate, ein kleines Idyll, inmitten der Quebrada des nördlichen Argentiniens: Die Siesta wird hier ausgiebig gelebt, ein guter Tropfen versüßt den Abend und die erdigen Farbtöne der Landschaft beruhigen das Gemüt.
Cafayate, ein kleines Idyll, inmitten der Quebrada des nördlichen Argentiniens: Die Siesta wird hier ausgiebig gelebt, ein guter Tropfen versüßt den Abend und die erdigen Farbtöne der Landschaft beruhigen das Gemüt.
Je mehr eine Landschaft uns im Innersten berührt, desto lebendiger und nachhaltiger prägt sich das Bild in unsere Erinnerung ein. William H. Hudson.
Die endlose Weite, karge Wüstenlandschaften, Flamingos und Lamas, der beißende Wind in der kalten Höhenluft, im Kontrast dazu die glühende Sonne… Dass die Salar de Uyuni in Bolivien landschaftlich fantastisch und einzigartig ist, muss an dieser Stelle nicht mehr gesagt werden. Die spannendere und deutlich größere Herausforderung ist, einen vernünftigen Touranbieter für die dreitägige Wüsten-Jeep-Tour zu wählen. Die entscheidenden Variablen: Durchhaltevermögen des Jeeps und Zustand des Fahrers. Oder andersherum.
„Eine Nebenwirkung des Reisens ist die Entzauberung der Welt.“
Ich liege am Boden, zu ängstlich, mich zu bewegen. Ich fasse an mein linkes Ohr. Blut. Blut an meiner linken Hand, auf meinem rechten Handrücken klafft eine tiefe Wunde. Stechende Schmerzen im Brustkorb, im Nacken. Mein Kopf dröhnt. Ein paar Sekunden vorher war das noch Spaß. Wie konnte ich so doof sein, und nicht auf mein Bauchgefühl hören?
Von Ecuador wusste ich wenig (bis gar nichts) und doch hatte ich eine Meinung. Oder eher ein Empfinden: Angst. Drei Freunde von mir wurden dort nämlich überfallen. Mit Gewehr und allem drum und dran. Wenn Ecuador nicht zwischen Kolumbien und Peru läge, ja, dann hätte ich vielleicht einen großen Bogen drum gemacht.
„Ihr müsst am McDonald’s vorbei und dann 2 Blöcke nach rechts. Da gibt’s die besten Burger der Stadt.“ Der Besitzer des Hotels Casa Cuencana hat einen Tipp, wie wir den ersten Abend in Cuenca verbringen können. Man muss an einem McDonald’s vorbei, um ein weiteres Burgerrestaurant zu finden?
Da waren wir nun, in Kolumbien, ohne Plan und nicht so ganz im Reisemodus. Das änderte sich glücklicherweise sehr schnell. Kolumbien ist mehr als nur eine Reise wert. Von Bogotá fahren wir in ein kleines Juwel: Villa de Leiva, dort ist es genauso schön, wie der Name klingt. Eine Fería findet in der Woche statt, zu Ehren von einer der unzähligen heiligen Vírgenes (Jungfrauen), die in Südamerika verehrt werden.
Die Reisemüdigkeit, die wir in Bogotá erlebten, war nicht unsere erste. Bereits nach einem halben Jahr ereilte uns die Sehnsucht nach Routine, einer festen Bleibe und dem Gefühl, Zuhause zu sein. Wir fanden überraschend ein Fleckchen Heimat in der Millionenmetropole Bangkok. Eine Rückblende.
Die Leute sind schon ganz aufgeregt. Spannung liegt in der Luft- das schnelle Geld, das kurzweilige Glück, die Hoffnung, mal zu den Gewinnern zu gehören. Auf der Carrera 7, der Haupteinkaufsstraße in Bogotás Zentrum, probieren auch wir unser Glück.